"frei"-berufler

"frei"-berufler

Freiberuflerin, oder Hausfrau mit drei Jobs, Kind, Mann und Hund? Ja, was bin ich denn? Ein Tag vergeht wie im Flug, ist ausgefüllt bis zum Rand und trotzdem bleibt die Frage: "Was habe ich heute eigentlich gemacht?" Also....




Mittwoch, 13. Juli 2011

Dienstag




Ein Vorteil der Freiberuflichkeit ist die freie Zeiteinteilung. Hat man also für ein paar Tage Besuch von einem Teenager, kann man auch mal einen Teeny-Power-Shopping-Tag einlegen. So bleibt man auf dem Laufenden, sollte aber auf keinen Fall seine Brille vergessen.
Erste Anlaufstelle „Hollister“. Ambiente: Surfshop um Mitternacht, denn es ist dunkel, die Musik dafür Disco-laut. Alle Bedienungen, ach nee, die heißen ja Shop-Manager, sprechen Englisch, aber auf die quitschig-amerikanischen Art. Die Sachen sind ganz hübsch, das viel gelobte Parfum recht süßlich, dafür riechen die Körpersprays aber lecker. Ich habe nur leider ein Problem: Die an der Ware befestigten Etiketten sind mittelbraun, die Schrift ist grau und die Schriftgröße liegt eindeutig außerhalb meiner Altersweitsicht-Möglichkeiten. Ohne Brille läuft da nichts. Allerdings ist das auch wieder peinlich. Also frage ich ein übers andere Mal meine junge „Betreuerin“: „Sag mal, welche Größe ist das und was kostet das?“
Hmm, da ist mir H&M schon vertrauter, die Etiketten sind groß und es ist hell. Leider wachse ich hier leider auch aus der Zielgruppe heraus. Die Sachen sind schlecht verarbeitet, die Materialen „fuddelig“ und der Stil langweilig. Zudem auch noch alles von asiatischen Kinderhänden gefertigt.
Ihr merkt schon, was das Shoppen angeht habe ich meine Unschuld verloren. Mit zunehmendem Alter entwickelt sich nicht nur ein Gewissen bzgl. der Herstellung der Waren und ein gehobener Qualitätsanspruch, es tritt auch eine gewisse Ermüdung ein, denn alles was z.Z. auf den Bügeln hängt und in den Regalen liegt, war modemäßig schon einmal da.
Aber über eine Sache freue ich mich doch:
Über das Jagdfieber und die ungetrübte Shoppingfreude der süßen Maus an meiner Seite.

Montag, 4. Juli 2011

Dienstag

Telekom 2. Teil: Mit viel Nervenkraft und einer Technikerin am Telefon konnte ich meine Internettelefonie immerhin so einrichten, dass wir jetzt mit einem analogen Telefon wieder telefonieren können. Jetzt warten wir auf die Vertragsänderung. Der nette, Junge Mitarbeiter, der unseren Antrag aufgenommen hatte, fand es zeitgemäßer im Antragsblatt einen Tarif mit Internettelefonie einzutragen, der ist auch 1,20€ günstiger als ISDN. Leider ist der nette, junge Mann mittlerweile in eine andere Filiale versetzt worden, sonst hätte er gestern mit ein paar blauen Flecken rechnen können. Jetzt müssen wir den Vertrag wieder auf ISDN ändern, ich könnte schreien. Natürlich geht das aus nicht sofort, sondern dauert mind. eine Woche.

Nun gut, Schwamm drüber. Die Telekom und andere Anbieter zählen für mich mittlerweile unter die Kategorie: „Höhere Gewalt“. In den letzten fünf Jahren habe ich von keinem in meiner Umgebung gehört, dass eine Umstellung, zu was auch immer, reibungslos funktioniert hätte. Auch bei uns nicht. Dazu kommen hoffnungslos verstopfte Hotlines und häufig sehr nette und bemühte Callcenter-Mitarbeiter, die aber mangels Information häufig nicht weiter helfen können.

So gesehen ist die Telekom eines der letzten unwägbaren Abenteuer unserer Zeit. Also, für den Fall das man sich mal langweilt.

Bis morgen…..

Montag




„Never change a running system“, eine Weisheit die man immer beherzigen sollte. Wir haben es nicht getan und unseren Telekom-Tarif gewechselt. Am Samstag kam eine neue Speedbox ins Haus und ab heute sollte alles laufen. Also, alles brav nach Anleitung aus und umgesteckt und siehe da, Internet läuft, Fax funktioniert, aber leider das Wichtigste, unser Telefon versagt seinen Dienst.
Anruf bei der Telekom.
Erste Warteschleife, dann ein Mensch am anderen Ende der Leitung. „Ohweh“, sagt er, da scheint wohl was schief gegangen zu sein und verbindet mich weiter.

Zweite Warteschleife: „Sie haben ISDN abbestellt und jetzt nur noch Internettelefonie.“ Sagt die Dame schnippisch. „Aber das habe ich nicht bestellt, ich wollte lediglich zu unserem bestehenden Tarif „Entertain“ dazu haben.“ „Ja“, sagt die Schnepfe, dann haben SIE sich wohl falsch ausgedrückt: „Dann müssen Sie den Vertrag kündigen und es nochmal versuchen.“ Bevor ich ihr durchs Telefon kommen konnte, hatte sie mich schon wieder in die Warteschleife gedrückt und dort wäre ich wahrscheinlich immer noch, wenn ich es nicht nochmal von Anfang an versucht hätte.

Dritte Warteschleife: „Oh, da kann ich ihnen nicht helfen, ich verbinde zu einem Techniker.“

Vierte Warteschleife: „Sie sprechen mit dem Azubi, Frau xyz.“
„Ähm, ich sollte mit einem Techniker verbunden werden.“
„Ach so, worum geht es denn?“
Das Mädel war nett und sehr bemüht. Ich schilderte ihr die Lage und sie telefonierte rum und fragte sich durch. Das Resultat: „Es tut uns leid, man hat Ihnen die falsche Speedbox geschickt. Die richtige, also die für ISDN fähige Telefone wurde allerdings letzte Woche aus dem Programm genommen. Nun müssen Sie sich ein neues, analoges Telefon kaufen. Sie schicken uns die Rechnung und wir erstatten die Kosten.“
Okay, ein analoges Telefon haben wir im Keller. Nur leider will das auch nicht funktionieren und es ist noch nicht einmal alt. Nun versuchen wir es beim Telekomladen, vielleicht können die uns helfen. Wenn nicht sollte ich vielleicht dort ein kleines Sit-in veranstalten. Über Facebook finden sich bestimmt ein paar hundert Menschen mit zuviel Zeit, die mit mir diesen Laden still legen, solange bis bei mir wieder ein Telefon funktioniert.

Bis morgen……….(sofern dann das Internet noch funktioniert)

Freitag, 1. Juli 2011

Freitag




Heute hat mich wieder der Hausfrauenteufel überfallen. Nein nicht der Putzteufel, der wohnt hier nicht, kommt auch nur selten vorbei. Es ist der Selbermachteufel, ein netter putziger Kerl, der mir immer sagt: „Kauf nicht so viel Mist, mach es lieber selber.“
Und es erstaunt mich immer wieder was man in zwei Stunden so alles schaffen kann. Los ging es mit zwei süßen Brotaufstrichen, eine Milch- und eine Schokocreme. 100% Bio und dermaßen lecker, das verschenkte Gläser meist an ein bis zwei Tagen leer gegessen werden und flehende Anrufe mit der Bitte um Nachschub kommen. Heute produziere ich nur für mich, naja, für uns.
Lange überfällig war auch mein selbstgemachter Essig, der so mild und aromatisch ist, dass man ihn pur löffeln kann und der geht so einfach:

3EL Zucker + 1EL Salz in einem großen Topf karamellisieren, also schmälz lassen. Dann mit einer Flasche Haushaltsessig ablöschen, ein kleines Netz Zwiebeln, geschält und geviertelt und 4 Knoblauchzehen dazu geben. Das ganze einmal aufkochen und dann eine halbe Stunde köcheln lassen. Danach in eine Milchflasche (wegen dem breiten Hals zum Einfüllen) füllen, verschließen und kalt werden lassen. Schon hat man einen super leckeren Essig der zu jedem Salat passt.

Aus den angedötschten Birnen wurde dann noch schnell ein Birnenmus, Küche aufgeräumt, Mittagessen vorbereitet und jetzt gehe ich zur Krankengymnastik. Passt gut, oder? Jetzt werden alle Knochen und Muskeln wieder eingerenkt und dann geht’s weiter. Nach einem langen Hundespaziergang gehe ich heute das erste Mal in meinem Leben zum Blutspenden. Ich bin gespannt. Da ich ja kein Geld mehr spende, sondern meinen Beitrag zur Gesellschaft in Form von Ehrenamtsarbeit leiste, gehört Blutspenden meiner Meinung nach auch zu den sinnvollen Spenden die man ohne Bedenken leisten kann.

Bis nächste Woche…..