"frei"-berufler

"frei"-berufler

Freiberuflerin, oder Hausfrau mit drei Jobs, Kind, Mann und Hund? Ja, was bin ich denn? Ein Tag vergeht wie im Flug, ist ausgefüllt bis zum Rand und trotzdem bleibt die Frage: "Was habe ich heute eigentlich gemacht?" Also....




Samstag, 31. Oktober 2009

Gruselfest


Gestern in der Schule fragte mich ein Vater, ob meine Tochter am Samstag zum Spielen vorbei kommen wollte. „Oh nee“, sagte ich: „Emma geht auf eine Halloweenfete“. „Wie, darf sie das?“
„Hee, wieso denn nicht?“
„Ja, viele Eltern sind ja total dagegen.“
Da muss ich wirklich mal tief Luft holen. Was gibt es denn da dagegen zu sein? Natürlich ist das Fest (ursprünglich aus Irland stammend) aus den USA zu uns rübergeschwappt; natürlich verdient sich eine Kostüm- und Scherzartikelindustrie ein goldenes Näschen daran, aber was soll’s? Wir sind in Köln, hier beginnt am 11.11. der Karneval, da kommt es doch auf eine Woche nicht an. Außerdem kann man die Kostüme auch wunderbar an Weiberfastnacht tragen, Hexen gibt es dann auch genug und zu guter Letzt - ihr Lieben Moralapostel der Abendländischen Kultur - die Kinder haben einen riesen Spaß daran und den hätten wir als Kinder auch gehabt.
Ganz nebenbei kann ich erwähnen, dass wir schon ein kleines Vermögen für Laternenstangen (die verschwinden nämlich immer übers Jahr spurlos), Laternenbastelzubehör und sonstigen Killefitz ausgegeben haben für unser schönes, urdeutsches Sankt Martins Fest.
So, jetzt habe ich das mal gesagt und wenn jetzt noch Jemand über Halloween meckern möchte, dem empfehle ich Erinnerungstropfen um sich an all die Dinge zu erinnern, die wir als Kinder so toll fanden. Meines Wissens sind McDonalds, HubaBuba, Rollschuhe, Softeis und Coca Cola keine deutschen Erfindungen.
Süßes oder Streich
balba

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Krachmacherstrasse


Es ist Herbst und wir wohnen in einer ruhigen Seitenstraße. Nebel hängt über den Feldern in der Nachbarschaft und leise fallen die Blätter von den Bäumen. Und dann – punkt siebenuhrdreißig – setzt dieser entsetzliche Lärm ein. Er kommt von links und von rechts und ist plötzlich überall. Es sind die Männer mit ihren Blätter-weg-pust-Gebläsen.

Was ist da schiefgelaufen in der Evolution?

Ich bin ein Technikfreak, ehrlich. Ich liebe technischen Schnickschnack und gehöre zu den sogenannten Frühbenutzern. Ich kann eine Homepage basteln, eine Küchenmaschine bedienen und meinen Fernseher programmieren. Besitze ein E-Book und ich finde viele technische Errungenschaften wirklich sinnvoll und Arbeitserleichternd. Aber der Sinn und Zweck dieser Blätterpuster will sich mir nicht erschließen.
Als ich zur Schule ging, machte sich zur Herbstzeit der Hausmeister unseres Wohnblocks jeden Morgen ans Werk, kehrte die Blätter zusammen, nahm eine große Kehrschaufel und einen Handbesen und schaufelte die Blätterhaufen in große Säcke die dann von der Müllabfuhr mitgenommen wurden. Sicher keine schöne und auch eine anstrengende Arbeit. Aber was bringt es Blätter an den Rand der Straße zu pusten und sie dort liegen zu lassen. Der nächste Windstoß mischt sie wieder schön durch und der Blätterpuster ist weitere drei Stunden beschäftigt.

Meine ganz persönliche Theorie geht dahin, dass der Mann das eigentliche Problem ist. Einen Besen zu schwingen ist bei weitem nicht so männlich wie mit einer Höllenmaschine durch die Wohngebiete zu ziehen. Das ist fast wie die Kalaschnikow unterm Arm, das gibt Macht, das macht Spaß, und das macht Lärm. Der Junge hat was zum Spielen. Blätter? Was sind nochmal Blätter?

balba

Siebenjahreskolik


Wenn man mit achtunddreißig schwanger wird und weder eine Mama noch ältere Schwestern mit Kindern hat, die man löchern könnte, kauft man sich eben einen Haufen Ratgeber. Und dort wurde vor der Dreimonatskolik gewarnt. Schlimm sollte die sein, ca. drei Monate lang würde das Kind ununterbrochen schreien, von Bauchschmerzen und Weltschmerz geplagt und den Eltern blieb nur eine Möglichkeit: Ohren zu und durch. Irgendwann sei es vorbei, so stand zu lesen und dann wäre alles gut.
Soweit die Theorie. Mein Kind schrie nicht, war brav, schlief ruhig und friedlich, wollte einmal in der Nacht ein Häppchen trinken und schlief dann wunderbar wieder ein. Ich Glückkeks.
Aber in keinem, aber auch wirklich keinem Ratgeber stand etwas davon, dass die Schreierei auch erst im schulpflichtigen Alter anfangen kann.

Ein Beispiel, bzw. ein Tag im Leben von Emma und Barbara B. aus K.:

Mäuschen, aufstehen.
Neeeee, ich bin noch so müde.
Ich auch, aber es nützt nichts. Aufstehen!
Nee, ich stehe nicht auf.
Du musst aber in die Schule
Ich gehe nicht in die Schule
Das diskutieren wir nicht. Steh auf und komm frühstücken.
Neeeiiiiin, ich komme nicht.
Dann gehst du eben hungrig in die Schule
ICH GEHE NICHT IN DIE SCHULE!!!!!!!!

Nach dem Frühstück:
Anziehen.
Ich ziehe mich nicht an.
Warum nicht?
Anziehen ist langweilig.
Ja und? Dann gehst du eben im Schlafanzug in die Schule.
ICH ZIEHE MICH NICHT AN UND ICH GEHE NICHT IN DIE SCHULE!!!!!!!!

Nun, dieser kleine Dialog ließe sich noch zwei bis sieben Seiten fortführen und würde dabei Themen wie: Hausaufgaben, Aufräumen, zu Bett gehen etc. streifen. Es ist laut und es ist anstrengend. Ich nenne es die Siebenjahreskolik, die eindeutig länger als drei Monate dauert. Umtauschen geht jetzt nicht mehr, naja, wollen wir ja auch nicht, denn zwischen den Schreianfällen ist ja immer noch unser süßes Mäuschen.
Grüße
Balba

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Lach mal!



Vor ein paar Tagen rannte ich durch unser Einkaufscentrum. Meine Tochter geht gegenüber in die Singschule und ich nutze die dreiviertel Stunde um im Schweinsgalopp meine Besorgungen zu erledigen. Ich renne also so vor mich hin, kaufe, erledige, mache und tue und komme zuletzt am Discounter vorbei, sehe die Kasse ist fast leer und beschließe noch etwas Käse und Milch mitzunehmen. Ich renne also zur Kühltheke, schnappe meine Ware, renne zur Kasse und – Pesch gehabt, jetzt stehen sieben Leute vor mir. Ich habe somit Zeit auf den Teppich zu kommen und schaue mir die Menschen vor mir an. Eine junge Frau mit wilden, dicken, schönen schwarzen Locken kramt ihre letzten Centstücke aus ihrer Börse und atmet erleichtert auf, dass sie ihre drei Warenteile tatsächlich noch bezahlen kann. Die Meute hinter ihr wird schon unruhig, der Azubi (steht auf seinem Namensschild) an der Kasse bleibt erstaunlich ruhig, ist aber alles andere als fröhlich. Danach zahlen hintereinander zwei ziemlich verranzte junge Typen. Der eine schläft beim Bezahlen fast ein, der zweite guckt böse vor sich hin.
Mit jedem Kunden wächst mein Mitleid mit dem Jungen an der Kasse. Muss der sich den ganzen Tag nur lange, missmutige Gesichter ansehen? Ist wirklich jeder nur noch mit sich selber beschäftigt? Endlich bin ich dran, Käse und Milch werden über den Scanner gezogen, der Kassierer schaut mich an und sagt den zu zahlenden Betrag, ich strahle ihn mit meinem freundlichsten Lächeln an und sage erst „Hallo“ und als ich gehe auch noch „tschüss“.
Dieser Blick sprach Bände. Bei einem Alien an der Kasse hätte er nicht anders geschaut. Vielleicht hat er sich aber auch eine Sekunde lang gefreut, dass mal jemand nett zu ihm ist. Wer weiß?
Ich rate zum mehr Lächeln, tut nicht weh, kostet nichts und bringt evtl. sogar Freude.
Liebe Grüße
balba

Was ist los?

In der einen Hand die Fernbedienung mit der anderen Hand drückte ich ein Kissen gegen meinen Bauch und dachte die ganze Zeit: Schalte es aus, es ist ja furchtbar.
Aber ich blieb dran. Wieder eine „wahre“ Dokumentation über vernachlässigte, gepeinigte Kinder und wann das Jugendamt einschreitet oder nicht. Was ist los mit unserer Gesellschaft? Ich staune immer wieder ratlos über die diversen Phänomene unserer Zeit bzgl. kleiner Kinder die in ihrer Entwicklung extrem zurück geblieben sind, weil niemand mit ihnen spricht und sie niemand in den Arm nimmt, oder mit ihnen spielt, oder ihnen irgendwas erklärt. Ich staune über dicke Kinder die noch nie eine normal gekochte Kartoffel gegessen haben, nur Kartoffeln in Form von Pommes, Kroketten, Chips etc. und ich staune über die wachsende Gewalt in den Familien.
Nein, ich fange jetzt nicht damit an, dass früher alles besser war. War es nicht und geschlagen wurde früher noch häufiger als heute. Vieles blieb damals im Dunklen und wir können nur spekulieren, wenn wir es nicht selber erlebt haben. Ich komme aus einer Arbeitergegend, kleiner Mittelstand, es reichte immer irgendwie, aber man konnte niemals reich werden. Vielleicht hätte meine Mutter mich auch häufiger vor dem Fernseher geparkt, wenn es mehr als drei Programme gegeben hätte, die nicht erst um 17 Uhr anfingen zu senden. Vielleicht hätte ich mehr Fastfood bekommen, wenn es mehr gegeben hätte als Eierravioli in Tomatensauce aus der Dose. Wer weiß? Aber meine Mutter hatte keine Wahl: Sie musste kochen und weil ihr das auch noch Spaß machte, zumindest meistens, gab es immer was Leckeres auf den Teller. Freitags gab es Fisch, samstags Eintopf, sonntags Braten und Kuchen und Weihnachten selbstgemachte Plätzchen. Meine Mama war keine Supermama, sie tat nur das was alle machten. Sie war zu Hause und kümmerte sich um die Familie, obwohl sie viel lieber arbeiten gegangen wäre. Sie hat geraucht wie ein Schlot und gerne was getrunken. Es war nicht immer leicht bei uns, aber es wurde viel gelacht und vor allen Dingen viel erzählt. Sonntags wurde im Bett geknuddelt, es gab keine häusliche Gewalt, es war sauber und ab meinem vierten Lebensjahr war ich, so oft ich durfte, mit meinen Freunden auf der Straße.
Vor einiger Zeit traf ich auf einem Geburtstag, nach mehr als dreißig Jahren, einen Mann, der mit mir in der gleichen Straße aufgewachsen war, ähnliches Elternhaus, gleiches Milieu. Wir brauchten einen Moment um uns einzuordnen und dann freuten wir uns riesig und erzählten uns alte Geschichten und zum Schluss sagte er: „Mensch, hatten wir nicht eine schöne, unbeschwerte Kindheit?“
Nun, vielleicht hat er es ein wenig verklärt mit den Jahren, aber an meine Zeit auf der Straße mit all den anderen Kindern habe ich auch nur die besten Erinnerungen.

Genug der Nostalgie. Was geht denn heute schief? Liegt es wirklich nur am Fernsehen, Computer und Fastfood, dass die Kinder aus Prekariat (Neudeutsch für Assis, Arme, Arbeitslose etc.) weniger Chancen in der Gesellschaft haben als vor vierzig Jahren? Dabei hat sich doch so viel verbessert. Wir haben die Schulpflicht (Zum Vergleich: Nur 2% der Weltbevölkerung kann eine Schule bis zum Abitur besuchen), für jedes Kind einen Kindergartenplatz ab dem dritten Lebensjahr, eine – im Vergleich zur Weltbevölkerung – spitzenmäßige Gesundheitsversorgung und kein Mädchen muss mehr ungewollt als Teenager schwanger werden, weil es heute Aufklärungsunterricht gibt, in jedem Supermarkt Kondome hängen und es im Gegensatz zu den siebziger Jahren kein Problem mehr ist an die Pille zu kommen. Aber all das scheint nur das Gegenteil zu bewirken. Immer mehr Mädchen werden im Teeniealter schwanger, viele Kinder können kaum sprechen wenn sie in die Schule kommen, an lesen und schreiben ist da nicht zu denken. Väter schleudern ihre Kinder an die Wand, weil sie sich bei „World of Warcraft „ gestört fühlen und Mütter rufen Händeringend nach der Super-Nanny.
Was können wir tun? Augen und Ohren offen halten. Nicht wegsehen. Und bestimmt gibt es die Möglichkeit ehrenamtlich zu helfen, wenn man die Zeit und die Kraft dafür übrig hat. Ich werde mich erkundigen.
Balba

Ausmisten


Vieles verbindet uns Frauen, auch der Hang längst Unbrauchbares in unseren Kleiderschränken zu horten. Vernünftige, kluge, witzige, wunderbare, aufgeräumte Frauen finden sich zuweilen in ihrem Kleiderschrank nicht mehr zurecht, weil da einfach viel zu viel hängt. Viel zu viel altes Gelump. Jawohl. Und ich trenne mich: JETZT!
Jahrelang habe ich bestimmt Kleidungsstück von links nach rechts geschoben, wovon sie weder schöner noch tragbarer wurden. Ab heute gelten für die Entsorgung von Kleidung folgende Regeln:

1. Was nicht mehr passt fliegt raus.
Seien wir ehrlich und ganz tapfer. Meine letzte erfolgreiche Diät liegt mind. sechs Jahre
zurück und seit dem ist meine Kleidergröße kontinuierlich gestiegen. Noch nie habe ich mich
in ein Kleidungsstück zurück geschrumpft. Das heißt, doch vor sechs Jahren. Die ganzen
tollen Sachen die ich alle aufbewahrt hatte und die mir dann wieder passten waren total
unmodern.

Also, was soll‘s. Was mir jetzt nicht passt, passt mir zu 99% auch nicht im nächsten Jahr und
wenn doch, mag ich es wahrscheinlich nicht mehr tragen. Mein Kleiderschrank lichtet sich
merklich.

2. Schlechte Qualität fliegt raus.
Sich knubbelnde Wollpullover, verwaschenes, gar noch mit Waschpulverresten versehenes, aus der Form gegangenes muss weg. Was nützt der gut sitzende Lieblingspulli, wenn er aus der Nähe betrachtet total ungepflegt wirkt. Einige Winterpullover werden mich heute verlassen.

3. Falsche Farben fliegen raus.
Ich habe einen Hang zu Flieder. Keine Ahnung warum, ich mag diese Farbe einfach sehr gerne, aber sie steht mir nicht. Ich sehe damit aus wie Oberschwester Hildegard in der Arktis. Ein Pulli und ein T-Shirt müssen daher gehen.

4. Was nicht zu meinem Stil passt fliegt raus.
Gut wenn man seinen eigenen Stil kennt, ich tappe da auch noch dann und wann im Dunkeln. Aber im Laufe meines Lebens hat sich herausgestellt, dass ich kein Typ für Rüschchen bin. Immer alles schön glatt und gerade. Eben gerade, klassische Schnitte, Erdfarben, Schwarz, Lila, Koralle, kein Schnickschnack, eher ein auffallendes Accessoires. Und, ja, auch nicht zu jugendlich. Ich meine, ein zu kurzes T-Shirt über einer Speckrolle sieht mit achtzehn genauso doof aus wie mit achtunddreißig, aber manches Kleidungsstück hat auch ganz klar sein zeitliches Limit, sonst macht es eher alt als das es jugendlich wirkt.
Wie allerdings dieses rosa-gerüschte T-Shirt mit kleiner Spitze meinen Schrank geraten ist, erschließt sich mir nicht. Das war ich nicht, das muss eine meiner diversen anderen Persönlichkeiten gewesen sein.

Soweit die Regeln und wisst ihr was, es fällt mir ganz leicht, so leicht wie noch nie. Ich kann es selber kaum glauben. Ein Schrank ist schon komplett aufgeräumt und fast leer und ich fühle mich befreit.

So, und nun noch ein Wort zu den Kleidungsstücken in die man wieder rein passen möchte. Die zweite Hälfte meines Lebens wird NICHT von Schönheitsdiktaturen geprägt werden. Ich steige aus. Natürlich wäre ich gerne schlank, bin ich aber nicht. Weder stopfe ich den ganzen Tag Lebensmittel in mich hinein noch sitze ich dabei unbeweglich vor der Glotze. Ich treibe regelmäßig Sport, zapple den ganzen Tag irgendwie rum, renne hierhin und dorthin und esse sehr gesund. Allerdings auch gut und gerne (und ähm, nicht wenig nehme ich an) und ich trinke gerne Wein. So ist das eben. Und seit ich nicht mehr Rauche um so mehr. Ich war nie eine Elfe und werde auch keine mehr werden. Es soll nur nicht aus dem Ruder laufen. Ich werde mein Gewicht halten und in meinem Kleiderschrank werden sich nur noch Sachen befinden, die mir wirklich passen und keine Sachen die mir evtl. mal irgendwann gepasst haben könnten, oder wieder würden und die mich dann einen ganzen Tag lang quälen und zwicken bis ich sie am Abend entnervt in die Ecke pfeffere.
Nein, nein, damit ist jetzt Schluss.
Viele Grüße
Eure Balba

Montag, 26. Oktober 2009

Frauenpoweralleskönner

Jetzt bin ich arbeitslos! Fluch oder Segen? Bisher war ich der Hamster im Laufrad, stellvertretend für viele viele Frauen zwischen Dreißig und Fünfzig die mit Siebenmeilenstiefeln durchs Leben jagen.

• Sechsuhrdreißig aufstehen
• Frühstück machen
• Kind wecken
• Anziehen
• Kind antreiben, anziehen, motivieren, anbrüllen, aus-dem-Haus-treiben, Hund-aus-führen
• Aufräumen
• Büro
• Zwischendurch, wenn es geht noch ein paar private Mails und Telefonate erledigen. Nur das

Dringendste, da wo das Schlechte Gewissen schon piekt.
• Mittagessen
• Evtl. schnell noch einkaufen
• Hund ausführen
• Haushalt
• Kind aus der Schule holen
• Hausaufgaben kontrollieren
• Kind zum Tanzen, singen, turnen, zur Freundin, zum Zahnarzt, zum Friseur, zum Optiker oder zum

Mond fahren
• Auf dem Rückweg noch ein paar Brötchen kaufen
• Abendessen
• Kind ins Bett bringen, schimpfen, betteln, knuddeln, vorlesen
• Nochmal kurz an den PC
• Sofa, puuhhhh
• Ach nee, Mann möchte auch noch gehört, gelobt und gepflegt werden.

Und DAS fünf Tage die Woche. Vielleicht mit noch einer Abendverabredung, denn man muss ja auch mal die Freundinnen treffen, oder ins Kino gehen, oder zum Elternabend, oder sonstwas. Am Wochenende geht es denn weiter. Samstags Großeinkauf, Putzen, räumen, Dinge erledigen, abends Freunde treffen. Sonntag was unternehmen, Großeltern oder Freunde treffen und am Montag klingelt um hab sieben der Wecker.
Sofern mein Mann zu Hause ist, hilft er sehr im Haushalt mit und wir versuchen die Redestatistik von Ehepaaren (drei Minuten täglich) zu erhöhen, indem wir zusammen Frühstücken und Abendessen und häufig erstmal etwas bereden, bevor wir den Fernseher anmachen. (Schon ganz schön löblich, finde ich.)
Dazu kommen zweimal im Jahr zwei Wochen Urlaub und dann und wann ein Kurztrip. Die Vorbereitungen können zuweilen die Vorfreude auf den Urlaub töten, denn die müssen ja auch noch in die letzte, volle Arbeitswoche gepackt werden. Aber dann ist der Urlaub ja wieder schön und man weiß, zu Hause wird die erste Woche so vollgepackt sein mit Aktivitäten, das man darauf die Woche gleich wieder fahren könnte. Aber ein Urlaub zu Hause wäre auch undenkbar, denn man würde das Hamsterrad nicht verlassen.
Oh Jammerliese, denkt ihr jetzt: Was soll denn das, so ist das Leben.
Das stimmt. Aber es geht auch anders und die zweite Hälfte meines Lebens wird anders aussehen. Jetzt beginnt ein neuer Lebensabschnitt.
Ich bin gespannt.
Balba