"frei"-berufler

"frei"-berufler

Freiberuflerin, oder Hausfrau mit drei Jobs, Kind, Mann und Hund? Ja, was bin ich denn? Ein Tag vergeht wie im Flug, ist ausgefüllt bis zum Rand und trotzdem bleibt die Frage: "Was habe ich heute eigentlich gemacht?" Also....




Montag, 8. November 2010

Projekt 180 (11)




Lecker Halbgefrorenes in Afrika
Nun hat meine Konsumdiät auch unseren Kühlschrank erreicht. Ich mag mich nicht mehr von der Lebensmittelindustrie verarschen lassen. Die Vielfalt in unseren Supermärkten ist eine Illusion. Wir bekommen vorgesetzt, was die großen Lebensmittelkonzerne verkaufen wollen und das sind vielfach billigste Substanzen schön dargeboten. Nehmen wir doch mal einen beliebigen Schokoriegel einer bekannten Marke. Natürlich ist der lecker und manchmal glauben wir sogar ein gutes Produkt zu essen, mit „viel natürlicher Milch“ und „vielen natürlichen Zutaten“. Hhhm, ihr ahnt es schon, zusammengerührt sind diese kleinen Leckereien aus Mais, Weizen oder Reis als Grundsubstanz, das sind Weltweit die billigsten Getreidesorten, schnellwachsend und enorm profitabel, Schokolade aus billigstem Kakao, jede Menge Zucker (ebenfalls eine billig Zutat), der Rest sind Zusatzstoffe, Bindemittel, Haltbarmacher und Aromastoffe, damit wir den Dreck auch essen.
Nein nein, ich bin nicht gegen Süßigkeiten. Wer Süßes liebt weiß wie wunderbar eine handgemachte Praline auf der Zunge zergeht und welchen wunderbaren Schmelz ein Stück gute Schokolade am Gaumen hinterlässt. Ich möchte hier mein Beispiel noch etwas genauer erläutern. Einige Schokoladenhersteller sind bereits dazu übergegangen Kakao aus biologischem- bzw. fairen Anbau zu verwenden, obwohl diese Produkte teurer sind. Warum? Die herkömmlichen Kakao-Plantagen wurden über Jahrzehnte derart ausgebeutet was bedeutet: veralterte Maschinen, durch Überzüchtung nährstoffarme Böden und nicht zuletzt ausgebeutete, völlig verarmte und kraftlose Arbeiter, dass die Kakaobohnen mittlerweile von derart minderer Qualität sind, die man für hochwertige Produkte nicht mehr verwenden kann. Für den herkömmlichen Mars-Snicker-Duplo-Bounty-Kram reicht es aber allemal und garantiert satte Profite.
Noch ein schönes Beispiel. In jedem großen Supermarkt gibt es um die fünfzig Frühstückscerialien zur Auswahl. Das schöne daran ist, sie sehen alle unterschiedlich aus und es ist überall fast das Selbe drin: Weizen- oder Maismehl, Zucker, Glucosesirup, Farbstoffe und Aromen. Wer das mag soll es essen, aber er/sie sollte sich von dem Gedanken verabschieden gesundes Getreide zu sich zu nehmen.
So, nun genug gemeckert. Wer einmal auf leichte, unterhaltsame Weise verstehen möchte wie der Hunger in der Dritten Welt entsteht und was wir dagegen unternehmen können, dem empfehle ich das super spannende Buch von Tanja Busse: Die Ernährungs Diktatur. Ich habe viele Zusammenhänge erst mit diesem Buch verstanden und nicht schlecht gestaunt. Und ganz nebenbei erfährt man auch noch, warum die armen Bauern in Afrika sich ihre Mägen an unseren halbgefrorenden Geflügelresten verderben müssen.
Guten Appetit.

Dienstag, 26. Oktober 2010

Projekt 180 (10)




Kennt Ihr Anouk?
Vor dem Schlafengehen darf meine Tochter fernsehen. In der Woche bis zum Ende der Kindernachrichten „Logo“ auf Kika und wenn sie später Schule hat, darf sie noch eine Sendung mehr, nämlich „Kika Live“, bis viertel nach acht schauen. Vorgestern wurde dort Anouk, eine fünfzehnjährige Mode-Bloggerin vorgestellt. Sie wurde von einem Kamerateam auf der Trend-Messe Bread and Butter begleitet (http://www.breadandbutter.com) und zeigte uns die neuesten Modetrends. Super süß. Ich meine, zum einen das Mädel. Klein und zart kann sie jeden Modetrend mitmachen und sieht einfach immer zum anbeißen aus und auch die Mode selber ist cool und lässig. Gefällt mir heute und hätte mir als Teenie auch super gut gefallen.
Und hier kommen wir zu einem Vorteil des Älterwerdens und zu einer guten Möglichkeit die Konsumdiät fortzusetzen. Nach ca. fünfundzwanzig erlebten Modesaisons, sprich Modejahren haben fast alle Trends sich bereits einmal wiederholt und auch in diesem Jahr ist das nicht anders. Anouk meint das die aktuelle Jeansmode so noch nie dagewesen sei, bestehend aus Jeanshose und Jeanshemd oder –Blazer. Hhhmm, kommt euch das bekannt vor?
Wohl dem der seine alten Klamotten nicht gleich entsorgt sondern hortet. Mit ein paar neuen Accessoires lässt sich Vieles wieder aufpeppen und noch eine oder zwei Saisons tragen. Also, rann an die alten Kleiderkisten.

Wer mehr über Anouk erfahren möchte findet ihren Blog auf meiner Linkliste.

Das Jogginganzüge jetzt Gesellschaftsfähig sind und unter der Bezeichnung Streetwaer laufen, finde ich noch etwas gewöhnungsbedürftig. Aber ich bin ja lernfähig.

Montag, 4. Oktober 2010

Projekt 180 (9)



Gestern flatterte einer meine Lieblings-Deko-Kataloge ins Haus: „Impressionen“. Kennt Ihr den? Hier der Link zur Info: http://www.impressionen.de/, ist wirklich sehenswert. Nach und nach werden nun auch die anderen Herbst- und Winterkataloge und Prospekte eintrudeln. Alle Jahre wieder versuche ich die Flut einzudämmen, bestelle alles ab, aber nach ein paar Monaten ist wieder alles beim Alten. Egal. Blättern kostet ja nichts.
Beim Durchsehen und stöbern wurde es mir ganz heimelig um Herz und ich verspürte den Drang nach Kerzen und Kuscheldecke und es entstand der Verdacht, dass aus Sicht der Katalogverantwortlichen Herbst und Winter nur noch aus Weihnachten besteht. Weihnachtsdekorationen in Hülle und Fülle. Es gibt sogar Sofas, Schränke und Kommoden im weihnachtlichen Stil. Teilweise wunderschöne Sachen. An Weihnachtsmänner und Lebkuchen kurz nach den Sommerferien haben wir uns bereist gewöhnt. Nach den Herbstferien legt die Halloween-Dekoration ein kleines Zwischenspiel ein, gefolgt von der Weihnachtsdekoration. Und wehe das Fest wird dann NIX. Da hat man so schön investiert, geschmückt und dekoriert und dann sitzten die Lieben nicht wie die Rama-Familie schön gekleidet um den prächtigen Weihnachtstisch, sondern zanken sich in Jogginghose vor dem Fernseher um die Wiii. Wie gemein.

Und was mache ich am 1. Januar?

Wohl dem der in Köln lebt. Wir Kölner können zum Glück den Verlust über die heimelige Atmosphäre sofort mit Karnevalsdekoration verdrängen. Und dann? Dann ist Frühling! Osterhasen raus, juchheeee…..
balba

Montag, 27. September 2010

Projekt 180 (8)



Wenn man schon nichts Überflüssiges konsumieren darf und möchte, dann gehen die Gedanken automatisch zu den Dingen die nichts kosten. Ein schönes Beispiel ist das Lächeln. Lächeln, grinsen, griemeln, schmunzeln, glucksen, gackern, all das ist zu 100% kostenlos.
Ich entwickle mich zum notorischen Dauerlächler und man sagt doch eigentlich: „So wie es in den Wald ruft, so schallt es heraus.“ Demnach müsste ich für jedes verschenkte Lächeln ein Lächeln zurück bekommen. Leider geht die Rechnung nicht auf. Passend zum obigen Sprichwort habe ich das gestern Mittag im Stadtwald ausprobiert. Ich habe alle Menschen, die Alten, die Jungen, Mütter mit Kinderwagen, Hundebesitzer, Jogger, Radfahrer, einfach Allen die mir direkt begegnet sind – es mögen so um die 15 Personen gewesen sein - , freundlich angelächelt. Zurückgelächelt haben drei. Ein Radfahrer weil ich ihm den Weg frei gemacht habe und zwei Hundebesitzerinnen. Eine magere Ausbeute. Eine Mutter mit Kinderwagen hat immerhin noch gelächelt als sie Susi gesehen hat, denn die sieht mit ihrem Wuschelfell im Moment wirklich zum knuddeln aus. Mir ins Gesicht geschaut hat sie nicht. Genau so wie die Hundebesitzerin mit Ohrstöpseln, die mir zweimal begegnete und fast schon angestrengt an mir vor schaute, oder der strenge, ältere Herr, der erst missbilligend Susi, dann mich ansah und dann den Blick gen Himmel warf und der Jogger der, weil mein Hund in seine Richtung schaute, brüllte: „Hau bloß ab du Köter.“ oder die Frau mit dem Zwillingskinderwagen, die wahrscheinlich so erschöpft war, dass sie ihren Blick sowieso auf Bildschirmschoner gestellt hatte. Was ich verstehen kann.
Nun, Alles in Allem gibt es da noch einen erheblichen Lächel-nachhol-Bedarf, im Kölner Stadtwald. Da müssen wir noch dran arbeiten. Ich werde einfach mal weiterlächeln auf meinen Mittagswanderung. Wer weiß, vielleicht macht es ja Schule, wo es doch zu preiswert ist.
balba

Donnerstag, 23. September 2010

Mal Zwischendurch



Im Stadtwald begegnen einem doch die seltsamsten Dinge. Auf einer großen, abschüssigen Wiese begegnet mir ein Mann mit einem Hund. Erstmal nicht ungewöhnlich. Es ist vielleicht einer der letzten sehr warmen Tage und der Mann hatte sich in der Wahl seiner Kleidung verschätzt und sich zu warm angezogen. In seiner Freude über die Wärme ließ er alle Hemmungen fallen und entledigte sich erst seiner Jacke, dann des Hemdes und zuletzt riss er sich befreit das T-Shirt über den Kopf. Der Mann war glücklich, das sah man. Aber was war mit seinen Zuschauern? Was war mit mir? Da kam mir kein Adonis entgegen, sondern lediglich ein etwas hängebrüstiger Mittfünfziger. Musste ich das jetzt schön finden?
Leider ist es ja so eine Sache mit der Schlagfertigkeit, besonders nach einem guten Essen in der prallen Mittagssonne. Als wir einander passierten hielt ich den Mund, obwohl ich ihn doch eigentlich etwas fragen wollte: „Hallo, guten Tag. Darf ich Sie etwas fragen?“ Wahrscheinlich hätte er genickt und ich wäre fortgefahren: „Was halten Sie davon wenn ich mich jetzt ausziehe? Ich meine, ich lege jetzt mal meine Jacke, mein T-Shirt und natürlich auch meinen BH ab, würde ihnen das gefallen, oder wären Sie peinlich berührt? Mir ist nämlich warm, wissen Sie.“ Nun, wahrscheinlich hätte er mich entsetzt angeblickt und wäre kommentarlos weiter gegangen, angesichts dieser schockierenden Vorstellung. Denn genau wie er, bin ich keine knackige Zwanzigjährige mehr, deren Anblick ihn bestimmt erfreut hätte.
Als Frau oben-ohne durch den Stadtwald zu laufen ist eine groteske Vorstellung und würde allenthalben auf Unverständnis stoßen, einem Mann ist das gestattet. Warum eigentlich? Ich war nämlich etwas peinlich berührt, weil ich nicht gerne alleine mit einem halbnackten, wenig attraktiven Mann durch den Stadtwald spazieren möchte. Weder interessieren mich seine Hautfalten, noch sein Hängebusen. Meiner würde ihm wahrscheinlich auch nicht gefallen.
Fünf Minuten später lief mir der nächste halbnackte Sechzigjährige über den Weg. Den wollte ich fragen, aber er bog schnell um eine Ecke und war verschwunden. Hat wohl die Lunte gerochen.
Liebe Männer, bitte hört auf meinen Appell: „Laßt et sein. Zieht Euch was Nettes an und erspart uns Eure nackten Tatsachen. Die interessieren uns nämlich nur wenn ihr a) unter dreißig und knackig seit, oder b) mit uns eine Beziehung führt. Sonst eher nicht.
Viele Grüße
balba

Montag, 20. September 2010

Projekt 180 (7)



Vorhin stehe ich im Eingangsbereich der Schule und schaue mir interessiert die wartenden Mütter um mich herum an. Wir sind eine schicke Gegend, mit schicken Leuten, also auch mit schicken und auf dem neuesten Stand der Mode gekleideten Müttern. Das trifft nicht auf alle zu aber auf viele. Mein Blick wandert im Raum umher und ich entdecke tolle Stiefel, eine super Jacke, coole Jeans und ertappe mich bei dem Gedanken: „Nach solchen Stiefeln musst du mal schauen, die sind ja echt hipp. Die will ich auch.“
STOPP!
Ich besitze neun Paar Stiefel. Wann soll ich die denn alle tragen? Außerdem gibt’s NICHTS. Keine Klamotten, keine Schuhe, keine Handtaschen……………………….. Nein nein nein.
Aber es ist garnicht so einfach, muss ich gerade feststellen.
Liebe Grüße
Balba

Freitag, 17. September 2010

Projekt 180 (6)



Konsumgöttinnen
So, meine Lieben Leserinnen und Leser, wer den Hals vom Konsumieren nicht voll bekommt, dem empfehle ich:

http://www.konsumgoettinnen.de/

Kostenlos konsumieren, testen und empfehlen. Empfehlungsmarketing wird immer beliebter. Kostengünstiger kann man ein Produkte nicht bewerben. Wer es trotzdem ausprobieren möchte, dem wünsche ich viel Erfolg und tolle Produkte zum testen. Und ganz super wäre es, wenn ihr mir von Euren Erfahrungen berichtet.
Viele Grüße
Balba

Montag, 13. September 2010

Projekt 180 (5)



Selbstversuch

„Qualität zahlt sich aus“, oder „Wat nix kost dat ist auch nix“. Solche und ähnlich Weisheiten kennen wir alle, aber stimmen die auch? Ich habe jetzt einen Selbstversuch gemacht und stellte dafür meinen Kopf zur Verfügung. Was meine Haare angeht, bin ich recht anspruchslos. Meine Haare sind dick, fest und wachsen schnell. Ist eine Frisur einmal nicht so ganz optimal geschnitten, hat sich da Problem meist schnell wieder erledigt. In den letzten Jahren ging ich daher immer zu Wald- und Wiesen-Friseuren. Entweder zu einer Friseur-Kette, wo ich schnell dran kam und mich immer eine andere Dame bediente, oder mal hier mal dort. Eines vorweg: Nett und ordentlich waren sie alle und günstig auch und ich habe Respekt vor diesem Beruf, denn wir wollen ja alle gut aussehen auf dem Kopf, aber die Mädels werden meistens unterirdisch bezahlt. Kaum genug zum Leben und das bei diesem anstrengenden Job, der es jedem recht machen muss.
Manche Friseurinnen haben toll geschnitten, waren aber bei meinem nächsten Besuch nicht mehr dort beschäftigt oder einfach nicht da. Termin werden keine mehr gemacht. Andere Damen sind nicht auf dem neuesten Stand der Mode und schneiden einfach so wie sie eben immer schon schneiden. Da fehlt der Pfiff.
Ich wollte nun wissen, ob es sich wirklich auszahlt einmal zu einem sogenannten Nobelfriseur zu gehen. Heißt hier viel Geld bezahlen auch gleichzeitig eine schönere Frisur haben? Ich hatte am Freitag meinen Termin.

Punkt 1) Das Ambiente war sehr angenehm, sauber, ruhig, kein Knüssel in den Ecken, wie ich das schon so häufig gesehen habe.

Punkt 2) Nadine begrüßte mich sehr herzlich und nahm sich für die Beratung richtig Zeit, ging auf mich ein und strahlte eine sichere Ruhe aus. Angenehm.

Punkt 3) Der Service unterschied sich enorm von herkömmlichen Salons. Zum Haare waschen nahm ich in einem sehr bequemen Sessel Platz, meine Beine wurden auf einen Hocker gehoben, der Nacken angenehm ausgepolstert. Vor mir lief eine Dokumentation über Afrika auf einem Wandbildschirm und ich genoss eine wunderbare Kopfmassage. Sehr schön.

Punkt 4) Das Ergebnis: Schnitt und Farbe sind genau so wie ich es mir vorgestellt habe. Ich bin begeistert.

Punkt 5) Der Preis: Ich bin nicht nur begeistert, sondern auch überrascht, denn ich habe ca. 25 Euro mehr bezahlt als anderswo. Das ist viel weniger, als ich erwartet habe.

Fazit: Mein Versuch zeigt mir, dass sich in diesem Fall Qualität auszahlt und ich jetzt für die Zukunft meinen Friseur gefunden habe.

Grüße Balba

PS.: Schweren Herzens habe ich Zeitschriften und Bücher in meine Konsumdiät mit einbezogen. Wie Steph. sagt, in den Zeitungen steht nur Werbung und bis ich meine Bücher alle gelesen habe ist sowieso Weihnachten.

Mittwoch, 8. September 2010

Projekt 180 (4)



Ungefähr dreißig Euro habe ich gespart. Unglaublich. In mir wohnt ein Shopping-Monster, was auf seine nächste Gelegenheit lauert.
Mein Wocheneinkauf führt mich immer zuerst zu Aldi und dann zu Globus. Aldi = Basics, Globus = der Rest. Die heutige Aktionsware lockte mich auf den ersten Blick nicht, denn es gab alles für den Malerbedarf. Aber schon hinter der nächsten Ecke lauerten nette Mal- und Bastelsachen für Kinder. Emma ertrinkt in Mal- und Bastelsachen. Mit geradem Blick ging ich an der Auslage vorbei. Dann ging alles gut bis zur Kasse.
Ich finde, bei Aldi einzukaufen sollte als Sportart anerkannt werden. Schnell alle Waren in den Einkaufswagen schmeißen, nach kurzem Anstehen an der Kasse (ja, das geht bei uns wirklich immer schnell), flott alle Waren auf das Band legen, wobei wirklich Eile geboten ist, denn die Damen und Herren an der Kasse scannen so schnell, dass das Band fast nie still steht. Endlich vorne angekommen Schiebt ein freundlicher Mitarbeiter die Ware so schnell über den Scanner, dass sie – obwohl ich mit beiden Händen beherzt alles in meinen Korb schmeiße – fast von der Theke fällt. Also, für einen Aldi-Einkauf sollte man sich 3 Weight Watcher Bewegungspunkte anschreiben dürfen. Alleine schon wegen der nervlichen Belastung.
Aber das wollte ich garnicht erzählen. Links neben dem Warenband befinden sich noch fünf Warenkörbe mit Auslagen. In einem lockten mich „Echte Fensterleder“ für 4,99€ und im nächsten Korb gab es Kinder DVD’s mit einer Lieblingssendung meiner Tochter von „Willi will es wissen“, für 2,99€. Vor mir packte eine Frau mind. sieben DVD’s ein. Meine Hände zuckten.

Inneres Zwiegespräch
B: „Oh, ein echtes Fensterleder wollte ich doch schon immer mal haben. Die Fenster sehen auch wieder aus wie S…..“
Gewissen: „Ach Barbara, du bist die letzten zwanzig Jahre ohne original Fensterleder ausgekommen und überhaupt putzt du deine Fenster überhaupt nicht selber.“
B: „Na gut, aber die DVD’s wären doch nett. Emma liebt die Sendung.“
G: „Ja, sie sieht sie ja auch ständig im Fernsehen, das reicht.“
B: „Aber schonmal für Weihnachten, oder nee, für Nikolaus, das ideale kleine Geschenk.“
G: „Nee ist klar, Nikolaus ist ja auch schon in drei Monaten.“

Zum Glück war ich dann mit Bezahlen und Einpacken an der Reihe, meine Inneren Stimmen gaben Ruhe und ich war standhaft geblieben.

Beim Globus ging es leichter. Dort habe ich nur meine Liste abgearbeitet, die Zeitschriften eiskalt ignoriert und zügig die Kasse passiert. Auf dem Weg nach draußen dann noch ein kleiner Stolperstein. Vor dem Ausgang ist ein Klamottenladen und dort hing eine sehr schöne Jacke, für nur 24,95€. „Mensch Barbara“, dachte ich: „jetzt hast du doch mind. dreißig Euro gespart, dann wäre doch die Jacke……………“
„Hüstel hüstel“, machte das Gewissen und ich ging schuldbewusst zum Auto.

Montag, 6. September 2010

Projekt 180 (3)




Projekt 180 (3)
Eben lief ich tapfer an Tchibo vorbei. Mein erster Discountbesuch ohne Schnäppchenjagt steht mir bevor. Ich werde berichten wie es gelaufen ist. Ihr denkt bestimmt: Das kann doch wohl kein Problem sein. Ha, Ihr wisst ja nicht wie es mir manchmal in den Fingern kribbelt. Bin ich vielleicht kaufsüchtig? Na, wenn dem so ist, werde ich das ja wohl in den nächsten Wochen stark merken, oder?
Neulich hörte ich im Fernsehen, dass die Deutschen nur 11% ihres Einkommens in Lebensmittel investieren. In Frankreich sind es z.B. 25%. Das liegt nicht unbedingt am Geiz der deutschen Bevölkerung, sondern eher am Preiskampf der Discounter. Also, mal ehrlich: Wasser und Lebensmittel sind die existenziellsten Dinge die ein Mensch braucht, neben der Luft zum atmen. Für allen möglichen Mist sind wir bereit Geld auszugeben, nur nicht für gute – und ich meine wirklich GUTE Lebensmittel. Es muss nicht Bio sein, aber es sollte doch jedem einleuchten, dass das Huhn dessen Hühnerbrust für 89 Cent verramscht wird kein glückliches Leben gehabt haben kann, sondern im Gegenteil ein sehr qualvolles, grausames und kurzes Leben. Will man das wirklich essen? Ich nicht. Es macht auch wenig Sinn die Milchpreise so lange zu drücken (und andererseits zu subventionieren), bis auch die letzte Kuh abgeschafft wurde. Was machen wir denn dann, so ohne Milch? Ich weiß, meine Einwürfe hier sind polemisch, aber es lohnt sich doch einmal kurz darüber nachzudenken.
Übrigens bekam ich letzte Woche mein letztes Konsumpäckchen, am Sonntag vor dem Start bei Amazon, mit einem Gutschein der mal weg musste, bestellt. Ich gestehe, ich habe mich gefreut. Ich freue mich nämlich immer über Pakete von Amazon, aber damit ist ja jetzt auch Schuss. Oh weh oh weh.
Grüßlinge
Balba

PS.: In der New York Times wurde über ein tolles Projekt berichtet. Weltweit haben sich Leute bereit erklärt einen Monat lang nur 6 Kleidungsstücke zu tragen (Schuhe und Unterwäsche sind ausgespart). Hier der Link dazu: http://video.nytimes.com/video/2010/07/22/style/1247468489339/six-items-or-less.html

Sonntag, 5. September 2010

Kleine Verlockung



Zwar möchte ich selber auf unnötigen Konsum verzichten, aber Euch möchte ich ein bisschen dazu verführen. Mit dem kleinen Anhänger, den ihr oben sehen könnt. Den gibt es jetzt bei http://de.dawanda.com/product/12390826-KleidAnhaenger-Charms von mir zu kaufen. 100% Handgemacht und ein Unikat.
Eine schöne Woche wünsche ich Euch
Balba

PS: Ich bin nicht alleine. Hier Berichte von 100 Personen die sich vorgenommen haben ein Jahr lang keine Kleidung zu kaufen. http://www.thegreatamericanappareldiet.com/what-i-have-learned-from-the-diet/

Mittwoch, 1. September 2010

Projekt 180 (2)



Los geht's.

Hinter der Bezeichnung „Projekt 180“ steht der Versuch einhundert achtzig Tage lang dem Konsum zu widerstehen, bzw. eine Konsumdiät einzuhalten. Zeitlich bedeutet das für mich, von Montag, den 30.8.2010 an bis Sonntag, den 6.2.2011 keine Lustkäufe. Bei diesem Projekt geht es nicht ums Sparen, obwohl ich zu diesem angenehmen Nebeneffekt noch kommen werde und für die Verwendung des gesparten Geldes auch schon ein paar Ideen habe. Nein, es ist eher eine Art Befreiungsakt und ein Experiment was folgende Fragen klären kann: Wie lange komme ich mit dem was ich habe aus (wobei in einem halbem Jahr noch kein wirklicher Mangel entstehen kann, oder?)? Wie verführbar bin ich? Wird mir der Konsum fehlen, werde ich mich schlechter fühlen? Und natürlich möchte ich die Zeit nutzen um auszumisten, zu entrümpeln, mich von viel Krempel befreien.
Die Regeln
Folgende Dinge werde ich in den nächsten sechs Monaten NICHT kaufen:
• Kleidung
• Schuhe
• Handtaschen
• Discountware die nicht zu den Lebensmitteln meines täglichen Gebrauchs gehört
• Tchibo- und Ikea-Waren
• Haushaltswaren die nicht dem tägl. Verbrauch unterliegen
• Deko-Objekte egal welcher Art
• Bücher (das wird mir sehr schwer fallen, aber ich werde erstmal alles lesen
was noch unberührt da liegt und mir danach mit Leihgaben weiterhelfen)
• Dekorative Kosmetik (mit meiner vorhandenen Kosmetik kann ich mich schminken
bis zum jüngsten Tag)
• Computerspiele

Natürlich gibt es zu allen Regeln auch Ausnahmen:
• Alle Produkte, Kleidungsstücke, Schulsachen, Weihnachtsgeschenke etc. die
meine Tochter betreffen.
• Geschenke für Freunde (obwohl ich das meiste ohnehin schon selber mache)
• Konsumgüter die kaputt gehen und im Alltag unentbehrlich sind (z.B. eine
Klobürste, mein Fön).
• Lebensmittel und alle Dinge des täglichen Gebrauchs, vom Toilettenpapier bis
zur Tagescreme, Mülltüten, Küchenrollen, Packpapier und und und

Bei Zeitschriften bin ich mir noch unschlüssig, denn ich liebe Zeitschriften aller Art. Gerade deshalb sollte ich wohl darauf verzichten, weil die meisten sowieso Papierverschwendung sind. Hhmm, ich brauche Bedenkzeit und komme darauf zurück.
Ach ja und eine besondere Regel gibt es noch: Wenn ich der Meinung bin unbedingt ein neues Kleidungsstück zu brauchen muss ich es mir selber nähen, stricken, häkeln oder ein vorhandenes Teil umändern. Das hat den interessanten Nebeneffekt, dass ich ein Kleidungsstück, dass ich selber gefertigt habe, bestimmt lange tragen werde und nicht achtlos entsorge und ich weiß die Arbeit der vielen namenlosen Näherinnen auf der Welt besser zu schätzen.
So, los geht’s…….
Grüße
Balba

Montag, 30. August 2010

Projekt 180 (1)

Bei einem Einkaufsbummel mit meiner Tochter sah ich sie, die ultimative, wunderschöne, jeansblaue Lederhandtasche für den Herbst. Nachdem ich sie ausgiebig inspiziert hatte, atmete ich einemal tief ein und aus und ließ sie an ihrem Platz stehen, aber der Virus war gesetzt. Rein zufällig stand ich ein paar Tage später wieder vor der Tasche und diesmal war das Kaufbedürfnis übermächtig. Handtasche plus passendes Portemonnaie kamen in meinen Besitzt. Dabei hatte ich mir doch erst vor ein paar Tagen eine sehr schöne und vielfach bewunderte Handtasche genäht, sowie ich ohnehin nicht über einen Handtaschenmangel klagen kann und auch ständig neue Handtaschen nähe. Wieder ein paar Tage weiter kommt mein Mann freudestrahlend mit meinem Geburtstagsgeschenk um die Ecke. Oh, eine Handtasche. Natürlich super schön, denn er hat einen guten Geschmack, aber für meinen Geschmack hatte ich gerade einen Handtaschenstau.
Überhaupt stauen sich z.Z. nicht nur Handtaschen in meinem Haushalt. Ich bin eine leidenschaftliche Discount-Schnapperin: „Schau, was für schöne Kerzen, braucht man doch immer und den Malkasten mit den Stiften nehme ich mal auf Vorrat mit, sonst bekommt man ihn nicht so billig. Dies und das ist aber …… schön ….. praktisch ……. günstig oder was auch immer. Ich nehme es mal besser mit.“ Und schon wird aus einem fünfzehn Euro Eier-Mehl-Milch-Kartoffel-Einkauf ein fünfzig Euro Konsum-Einkauf. Von der heimlichen Freude, wenn der Tchibo-Katalog in der Post liegt, oder dem zwanzigsten Blüschen von H&M, was nach drei Wäschen auseinander fällt, von kleinen asiatischen Kinderhänden in Nachtarbeit gefertigt wurde und mir nichtmal richtig passt, möchte ich hier nicht reden. Und neulich war ich auf eine Tupperparty, nein, dazu sage ich jetzt wirklich nichts mehr.
Es ist verrückt. Ich habe wirklich alles was ich brauche. Unser Haushalt ist komplett, der Keller randvoll, die Kleiderschränke bersten. Ich beginne mit dem heutigen Tag eine Konsumdiät. Was das genau ist, bzw. wie ich sie definiere und umsetzen möchte und warum das Ganze „Projekt 180“ heißt, darüber berichte ich hier im Blog. Morgen geht es schon weiter.
Liebe Grüße
balba

Dienstag, 11. Mai 2010

Spotlight




Gestern ging ich wie jeden Mittag mit meinem Räubermalteser Susi durch den Stadtwald, als mich plötzlich ein wildes Geplapper irritierte. Auf einem Spazierweg kamen mir zwei Frauen, die offensichtlich zusammen gehörten, mit ihren Hunden entgegen und die dabei laut und viel redeten. Irritierend daran war nicht die Tatsache, dass sie eine Unterhaltung führten, den sie unterhielten sich nicht miteinander. Nein, sie sprachen gleichzeitig in ihre Handys. Einen kurzen Moment lang starte ich die Beiden nur an, dann musste ich lachen. Verrückte Welt.
Viele Grüße
Balba

Dienstag, 20. April 2010

So ein Torf



Vor zwei Wochen fragt mein Mann: „Ich fahre zum Baumarkt, brauchst du was für den Garten?“ Meine Liste lag schon seit Tagen auf dem Küchentisch: Rosendünger, Grassamen, dies und das und natürlich Blumenerde. „Nimm die Gute, etwas teurere, die anderen taugen nichts.“ Rief ich ihm hinterher.
Nun habe ich mir schon so viele Gedanken über meinen Konsum gemacht, wenn möglich kaufe ich Bioprodukte, es sei denn ich kann gute Qualität beim Bauern um die Ecke kaufen. Wir essen Biofleisch, ich schmeiße so gut wie nie Lebensmittel in den Müll und verwende auch alle Reste, wenn irgend möglich. Ich könnte hier noch einige Beispiele nennen, aber über eines habe ich mir noch nie Gedanken gemacht: Über unsere Blumenerde. Die habe ich immer einfach so gekauft. Was für ein Fehler, wie ich gestern Abend in der Sendung „Markt“ im WDR-Fernsehen sehen musste. Hier der Link zu Sendung: http://www.wdr.de/tv/markt/sendungsbeitraege/2010/0419/02_torfabbau.jsp

"Die meisten Blumenerden bestehen zu etwa 80 Prozent aus Torf. Allein die Hobbygärtner in Deutschland verbrauchen im Jahr 2,5 Millionen Kubikmeter Torf. Doch der Torfabbau hat ungeahnte Folgen - für das Klima und die Natur."
Um Torf zu gewinnen werden blühende Moorlandschaften, mit einer wunderbaren Flora und Fauna zerstört um Torf abzubauen, der über zehntausend Jahr gewachsen ist. Was für eine grausige Vorstellung und das nur für ein paar Blümchen in Gärten und auf Balkonen. Dabei geht es auch anders.
Wie? Ganz einfach mit Kompost. Wie zu Omas Zeiten. Küchen und Gartenabfälle können kompostiert werden und dann mit Erde, Sand, Dünger zu einer guten Gartenerde vermischt werden. Solche Gartenerde wird bereits fertig gemischt angeboten. In Köln zum Beispiel hier: http://olching.blog.de/2010/03/10/awb-verkauft-blumenerde-kompost-8149983/

Beim Kauf im Bau- oder Gartenmarkt auf den Hinweis: "ohne Torf" achten. Es ist völlig überflüssig über Jahrtausende gewachsene Landschaften zu zerstören, um ein wenig Landschaft vor der Wohnzimmertür zu gestalten und letztlich geht es auch hier nur um Profit.

So, puh, es ist wirklich der Wahnsinn. Mittlerweile kann man anscheinend nichts mehr kaufen ohne sich vorher genau zu informieren. Nichtmal Gartenerde.
balba

Mittwoch, 14. April 2010

Hausgemachter Mumpitz



Oder: Wie bastel ich mir einen Bandscheibenvorfall?
Ja, man kann ihn sich tatsächlich selber machen und das ist garnicht so schwer. Natürlich sind ein paar labile Bandscheiben von Vorteil, ansonsten benötigt man lediglich einen Haufen negativer Gedanken, einen übervollen Terminkalender, ein paar Arbeitsausfälle wegen Kinderkrankheiten und als Sahnehäubchen noch eine Reihe von schlaflosen Nächten. Kurz gesagt, am besten steht man montags morgens auf, steigt wie ein Hamster auf Ektasie in sein Alltagslaufrad und rennt los, dann ist einem irgendeine schöne Krankheit bald sicher.
Meine Cousine wurde am Neujahrs Morgen wach und sah lustige, grüne Flecken. Netzhautablösung, Not-OP, drei Monate fast blind und noch weitere sechs Monate bis zur – hoffentlich vollständigen – Heilung. Ausgenockt, lahmgelegt, keine Termine, keine Autofahrten, ans Haus gebunden – RUHE.
„Erst habe ich die ganze Welt verflucht, aber im Nachhinein muss ich sagen: Ich habe die Ruhe gebraucht. Sie hat mir gut getan.“ Im Nachhinein war ich auch schlauer.

Laut meinem Wecker war es fünfuhrzehn. „Oh Gott“, dachte ich: „Muss ich immer so früh wach werden?“ Aber immerhin hatte ich sechs Stunden am Stück geschlafen, kein schlechter Schnitt im Vergleich zu den letzten Wochen. Ich ging zur Toilette und legte mich wieder hin. Augen zu, Gedanken an: „So, heute Abend noch in die Oper.“ Drehung nach links. „Ich habe keine Lust.“ Drehung nach rechts. „Einfach zu Haus bleiben und vor dem Fernseher vergammeln. Wäre das schön.“ Kissen aufschlagen, Drehung nach links. „Naja, ab Morgen sind Ferien, keine Hektik, ausschlafen, keine Termine, super. Heute Abend schaffst du noch. Ist doch zum Hochzeitstag und S. wäre traurig wenn wir das nicht feiern.“
6:30 Uhr: „Puh, bin ich doch nochmal eingeschlafen. Aber was zwickt mich denn im Nacken?“
Es zwickte nicht nur im Nacken. Schon beim Frühstück konnte ich kaum sitzen. Mit dem Hund kroch ich nur kurz übers Feld und dann war klar: Diese Schmerzen kann ich nicht ignorieren. Die Bandscheibe! S. verkaufte die Opernkarten und ich spielte Schildkrötenmikado. Auf dem Rücken liegen und nicht bewegen. Dazu nahm ich alle Schmerzstillenden Drogen die ich in unserem Arzneischrank fand. Montagmorgen quälte ich mich aus dem Bett, ging zum Arzt und zur Krankengymnastik, die Schmerzen wurden schlimmer. Nun war klar, dass auch die kleinste Ferienaktivität ohne mich stattfinden würde und Ostern die stillsten Feiertage seit langem sein würden. Die Tabletten machten mich müde (ich war sowieso schon seit Wochen müde) und benommen. Die ersten Tage döste ich viel und las zwei Bücher am Stück, als hätte ich Entzugserscheinungen. Aber am vierten Tag dämmerte mir mein Dilemma. Eins stand fest: Die Krankheit war hausgemacht. Mein Körper wollte Ruhe. Jetzt hatte er Ruhe. Nur leider auch diese schrecklich, quälenden Schmerzen. Nach fünf Tagen, eine Schmerztherapie bei einem Spezialisten hatte nicht funktioniert, schälte ich mich vom Sofa auf, legte meine Halskrause an, setzte mich an meinen Schreibtisch und zeichnete einen Entwurf für eine Handtasche. Die Schmerzen waren eklig, aber danach ging es mir besser. Mit Hilfe von viel Kortison überstand ich die Feiertage und bin jetzt, pünktlich zum Ferienende, wieder fast fit. Naja, ich will mal nicht so angeben. Gut wäre anders und ich möchte mal versuchen aus meinen Fehlern zu lernen.
Meine Übung für diese Woche: Immer alles Schritt für Schritt. Eines nach dem Anderen. Locker bleiben.
Und nächste Woche übe ich dann den Satz: Es ist mir egal was die Anderen denken.
Ich bin gespannt, ob ich diesen Satz jemals verinnerlichen kann.
Bleibt gesund
balba

Mittwoch, 24. März 2010

Das Wasser ist schuld!



Nach diesem Eintrag wird ein wohliges Raunen durch die Gemeinde der wohlbeleibten Menschen gehen, denn es gibt gute Neuigkeiten. Nicht fetter Käse, sahnige Saucen, oder Süßigkeiten verhindern das unsere Kilos schmilzen. Nein, Mineralwasser ist das Übel aller Wasserablagerungen.
„Hä, tickt die noch richtig?“, wollt ihr gerade ausrufen, gebt es zu. Aber jetzt kommt die Erklärung. Gestern war ich bei meiner halbjährlichen Schilddrüsenuntersuchung. Natürlich kam auch mein Gewicht zur Sprache und der Arzt meinte: „Mensch, ein Kilo in einem halben zugenommen. Das ist doch gar nicht viel.“
„Doch, jedes halbe Jahr ein Kilo ist viel und das obwohl ich immer kämpfe. Ich jogge, ernähre mich gesund, mache und tue und renne gegen Windmühlen. Nehmen wir ein Beispiel. Über die Hälfte der Fastenzeit habe ich auf Alkohol und Süßigkeiten verzichtet und möglichst nach 18 Uhr nichts mehr gegessen. Zwei Kilo sind verschwunden, wunderbar. Dann hatten wir ein nettes Wochenenden mit Gästen und Feiern, ich habe gut gegessen, aber nicht gefressen und ich habe Wein getrunken. Am Montagmorgen, siehe da, sind meine lieben zwei Kilo wieder da. Das finde ich unfair.“
Dr. H. meint: „Rein rechnerisch ist das nicht möglich. Um zwei Kilo zuzunehmen müssten Sie mind. zwei Kilo Nahrungsmittel zu sich nehmen und nicht mehr ausscheiden. Das geht nicht.“
„Aber es ist so passiert“, beharre ich.
„Haben Sie viel Sekt getrunken?“
„Nein, keinen Sekt.“
„Aber sie haben viel Mineralwasser getrunken?“
„Eigentlich trinke ich Leitungswasser, außer nach dem Laufen und im Wein, denn ich trinke nur Weinschorle.“
Dr. H. seufzt: „Die Deutschen sind die einzigen in Europa die stoisch an ihrem Mineralwasser festhalten. In allen anderen Ländern wird stilles oder Leitungswasser getrunken. Mineralwasser enthält sehr viel Salz, bzw. Natrium und andere Inhaltsstoffe, die Wasser im Körper binden und den Harndrang teilweise unterdrücken. Wenn Sie einen Abend lang normal essen, aber viel Mineralwasser trinken, haben Sie am nächsten Tag mind. ein Kilo zugenommen.“
Ich schaue ungläubig aus der Wäsche: „Echt, ist das Ihr Ernst?“
„Absolut! Trinken Sie in Zukunft stilles Wasser und Sie werden sich wundern, wie Sie an Gewicht verlieren. Viele Patienten haben mir schon für diesen Rat gedankt.“
Nun, Versuch macht klug, oder? Ich verzichte ab heute auf Mineralwasser und werde berichten wie die Pfunde schmilzen.
So einfach kann Abnehmen sein! Sollte ich mal bei Weight Watchers anrufen und die mal aufklären?
Balba

Mittwoch, 10. März 2010

Die Zeit vergeht….



wenn man Spaß hat. Ich wollte doch schon längst wieder geschrieben haben, aber das Alltagsgeschäft ist ganz schön besitzergreifend. Da bekommt meine Tochter mal eben eine fiese Angina, mit Fieber und allem Schnickschnack und wir versitzen lockere zwei Stunden beim Kinderarzt. Dann war noch dies und das, ohne das ich es jetzt genau benennen könnte. Gestern ein Seminar in Frankfurt, acht Uhr hin, acht Uhr zurück und schwupps sind wieder eine paar Stunden Lebenszeit verschollen. Eigentlich ist es ganz gut sich alle paar Tage auf ein paar Zeilen zu besinnen, denn so verstreicht die Zeit wenigstens nicht vollkommen unreflektiert. Man muss innehalten, überleben: Was war denn eigentlich los?
Letzte Woche Dienstag wurde ich von einer Freundin zu einer RTL Comedy-Serien-Aufzeichnung im Limelight eingeladen, der „Fun Club“ mit Ingo Appelt. Meine Güte, der Mann ist so flach, also seine Witze sind so primitiv, das man schon aus Verlegenheit lachen muss. Das sieht dann ungefähr so aus, die rechte Gehirnhälfte sagt: „Bohha, ist das peinlich, was redet der denn da?“ Und die andere Gehirnhälfte antwortet: „Egal, ich kann nicht anders, ich lach jetzt trotzdem.“ Naja, so war das. Netter Weise hat er uns, das Publikum, auch gleich als Klatschvieh bezeichnet, was wir ja auch waren. Es wurden zwei Sendungen aufgezeichnet. Die erste war so lala und wir wollten uns schon in der Pause davon stehlen, aber dann haben wir doch durchgehalten und es hat sich gelohnt. U.a. gab es ein Duo: Zwei junge Männer die ein Klavierduett zum besten gaben. Eigentlich nichts besonders, wenn sie sich dabei nicht vollständig umgezogen hätten, vom Sakko, übers Hemd, Hose bis zu den Socken. Sehr lustig.
Unser Hund hatte letzte Woche einen Friseurtermin und gleicht jetzt einem siamesischen Nackthund. Sehr süß, aber ein bisschen kühl, befürchte ich. Am Sonntag gab einen Flohmarkt in der Schule, bei dem ich mich nur angemeldet hatte, weil Emma das so gerne mal machen wollte. Emma lag dann krank im Bett und ich stand mit einer Schnupfennase hinter meinem Verkaufstisch. Immerhin habe ich eine Menge verkauft.
So, das war balba’s Woche. Nichts Besonderes. Eine schöne Sache gab es noch, ich habe meine Frühjahrstasche fertig gestellt s.o. und wieder mit dem joggen angefangen. Jawohl. Immerhin sind schon zwei Kilo runter, ohne Diät, nur mit dem Verzicht auf Alkohol und Süßigkeiten und wenn ich jetzt noch jeden zweiten Tag laufe, werde ich bald aussehen wie eine Elfe. Naja, wie Mutter-Elfe, hhmm, na gut, wie große Mutter-Elfe…Mutter-Elefa……….
balba

Dienstag, 23. Februar 2010

40 Tage



Jetzt dauert die Fastenzeit wirklich noch 40 Tage. Dem aufmerksamen Schlauberger wird nicht entgangen sein, das die Fastenzeit vom 17.2. – 03.4. geht. Das sind 46 Tage. Allerdings werden die Sonntage in der Fastenzeit ausgespart. Das erklärt sich wohl aus zwei Gründen. Zum einen ist der Sonntag der Tag des Herrn und den soll man mit einem guten Mahl preisen und ehren und zum anderen war es wohl, in Zeiten schwerer körperlicher Arbeit eine Notwendigkeit. Hatten die Bauern, Knechte, Handwerker und Tagelöhner am Ende des Winters ohnehin schon keinen üppigen Speiseplan, sollten sie sich in der Fastenzeit wenigstens an einem Tag der Woche richtig satt essen können, sofern sie die Möglichkeit dazu hatten. Diese Regelung gilt seit der Synode von Benevent (1091). Es gab aber auch die Zählweise bis Palmsonntag. Das sind dann 40 Tage incl. Sonntage. So, da wisst ihr bescheid. Nun aber genug geschlaumeiert.
Ich bin auf jeden Fall stolz auf mich. Bereits auf einer Fete am Freitag und einem Abendessen mit Freunden bei uns, am Samstag, kam ich ohne Alkohol aus. Man gewöhnt sich da ganz schon was an mit seinen zwei-drei-(in Gesellschaft vier) Gläschen Wein am Abend. Und diese blöden Süßigkeiten. Immer am Nachmittag habe ich das zwingende Bedürfnis mir etwas schokoladiges in den Mund zu stecken. Ist das denn nötig? Nein, wie ich jetzt merke. Es ist eine reine Gewohnheit. Nach vier Tagen ohne Schoki ist die Welt nachmittags auch Zuckerfrei in Ordnung.
Und dann das viele Fleisch, ohweh ohweh. Ich bin nicht der ganz große Fleischesser, aber zweimal in der Woche kommt bei uns schon Fleisch auf den Tisch, sonst denkt mein Mann er würde verhungern, egal was sonst noch so aufgetischt wird. Wurst gibt es natürlich auch. Nun habe ich in der letzten Woche gleich drei furchtbare Berichte über grausame Tierhaltung und bestialische Schlachtmethoden Gelesen. Ein Bild im aktuellen Stern, wo drei Lämmer bei der Schlachtung ihrer Artgenossen zusehen müssen, hat mich tatsächlich zum heulen gebracht. Natürlich ist es ein Luxusproblem. Menschen die kaum genug Essen zum Überleben haben interessiert es nicht wie die Tiere leben oder sterben. Mich interessiert es schon und obwohl ich hauptsächlich Biofleisch esse, bleibt es mir doch langsam im Hals stecken. Wie kann ein Mensch es ertragen in einem Schlachthaus zu arbeiten. Hat er/sie kein Herz? Stumpft man ab? Blendet man alles aus?
Ich glaube, ich werde mich langsam vom Fleischverzehr zurückziehen. Die Umstellung benötigt sicher ein wenig Zeit und meine Familie muss ja auch damit leben können. Für Mann und Kind gibt es eben Biofleisch. Gestern wagte ich ein Experiment. Es gab Boeuf Stroganoff, ohne Boeuf sozusagen. Das Fleisch wurde durch Soja Schnitzel ersetzt. Häm, nunja, ähm, nee, geht eigentlich nicht. Hat uns allen nicht geschmeckt, obwohl die Sauce war wie immer und auch die Champignons ihr Bestes gaben. Die Soja-Schnitzel schmeckten wie der Fettrand vom Kotelette. Da muss wohl doch ein vegetarisches Kochbuch her.
Also, wie ihr seht, tut sich was. Nur zum Ausmisten bin ich noch nicht gekommen, aber ich habe ja auch noch 40 Tage Zeit.
Alles Liebe
Balba

PS: Zur Zeit sitzen in Brüssel Politiker zusammen und beraten über ein Prüfsiegel für Fleisch. Hieran soll der Verbraucher sofort erkennen, ob ein Tier artgerecht gehalten wurde. Finde ich Super. Hoffentlich kommt das bald auf den Markt.

Montag, 22. Februar 2010

Zeiten des Aufruhrs



Als bekennender Bücherwurm habe ich immer einen kleinen Vorrat meiner Droge auf dem Sideboard liegen. Ab und an ist auch ein Klassiker darunter, wie „Zeiten des Aufruhrs“ von Richard Yates. Kaum hatte ich das Buch beendet, kam auch schon die Verfilmung im Fernsehen. Selten hat mich eine Geschichte so aufgewühlt. Amerika 1955: Ein junges Paar mit zwei Kindern gefangen in der gähnenden Eintönigkeit einer New Yorker Vorstadt. Ich konnte fast körperlich spüren wie Ambitionen und Lebensfreude erloschen. Zwar kann Frank noch etwas Abwechslung in seinem Alltag finden, da er – sozusagen aus Versehen – in seinem ungeliebten Job Kariere macht. Für April ist das Leben dagegen vorbei. Ihr Weg ist bis zum Grab vorgezeichnet: Kinder, Haushalt, Garten, bescheidene Diner- und Cocktailpartys und adrett aussehen sind ihre Pflichten. Mehr ist nicht. Kein Beruf, nicht einmal ein einfacher Aushilfsjob verkürzen ihr die Zeit. Zur Schauspielerei, ihrem Traum, fehlt ihr das Talent und andere Hobbies oder Interessen hat sie nicht.
Hier, in den Vorstädten Nordamerikas, wo Mittelstandfrauen lebendig in ihren gepflegten Häusern begraben wurden, war die Emanzipation eine lebensnotwendige Entwicklung. Aber genau wie ein Gefangener, der dreißig Jahre seines Lebens im Gefängnis verbracht hat und plötzlich alleine in einer fremden Welt vor dem Gefängnis steht, so hatten auch die Frauen Angst vor den Freiheiten, die sie sich über die Jahrzehnte erkämpften. Viele haben bis heute keinen Blick aus ihrem Gefängnis geworfen, das erklärt den Erfolg der Serie „Desperate Housewives“.
Liebe Frauen, genießen wir unsere Freiheit und machen wir das Beste daraus. Egal ob Kind, Karriere oder beides, uns stehen alle Möglichkeiten offen. Wer dieses Buch gelesen hat, weiß unsere Freiheit zu schätzen.
Liebe Grüße
Balba

Mittwoch, 17. Februar 2010

Fastenzeit



Meine Oma hat noch gefastet. Morgens eine Scheibe Graubrot, mit dünn Butter drauf, ohne Aufschnitt, Kaffee ohne Milch und Zucker und keine Süßigkeiten. Nicht einmal ihr geliebtes Rübenkraut. Zum Doppelkopf am Sonntagnachmittag gab‘s kein Eckes Edelkirsch. Fleisch war verboten und freitags gab es Fisch.
Dieses Jahr habe ich auch ein ganz starkes Bedürfnis zu fasten. Es reicht! Natürlich habe ich seit Sylvester nichts abgenommen. Ich bin über satt. Satt bis in die kleinste Pore. Auch schon vor Karneval, aber verstärkt an den jecken Tagen habe ich es mir wieder allzu gut gehen lassen und jetzt ist es genug. Sechs Wochen lang gibt es: Keine Süßigkeiten, Keinen Alkohol und dafür richtig viel Fisch, Gemüse, Salat und Sport. Mein liebster Mitbewohner und Ehemann sagt dazu nur: „Wenn man sich das ganze Jahr im Griff hat, muss man nicht fasten. „ Da hat er recht! Aber egal, ich hab‘ mich leider nicht im Griff, demnach muss ich ab und an darben.
Aber mein Fasten bezieht sich nicht nur auf meinen Körper. Vor ein paar Jahren las ich einen Krimi. Die Hauptperson war eine Kommissarin die eines Tages beschlossen hatte ihr Leben von allem materiellem Ballast zu befreien. Sie besaß noch genau 260 Gegenstände, darin enthalten waren die Dinge des täglichen Gebrauchs (Tassen, Teller, Zahnbürste, Staubsauger etc.), sowie ihre Kleidung, Erinnerungsstücke, Bücher und was so zu einem Leben gehört. Sie wohnte immer in möblierten Häusern und ihre Freiheit bestand darin jederzeit ihren gesamten Hausstand in ihren PKW packen zu können um sich einen neuen Platz zum Leben zu suchen. Bevor sie sich etwas Neues kaufen konnte, musste sie sich von einem Gegenstand trennen. Die eigentliche Handlung des Krimis ist mir nicht in Erinnerung geblieben, wohl aber die Geschichte der Hauptfigur. Nun sind 260 Gegenstände wirklich sehr wenig (zählt alleine mal die Gegenstände in eurer Küche durch) und soweit werde ich nie kommen, aber ich werde mehr und mehr ein großer Freund des Ausmistens. In dieser Fastenzeit werde ich demnach nicht nur meinen Körper erleichtern, sondern auch unser Haus.
Hach, ich bin voller Tatendrang und gespannt was die kommenden vierzig Tage mir bringen.
Fröhliches Fasten
balba

Samstag, 13. Februar 2010

Alaaf



Wenn man in den sechziger und siebziger Jahren in Köln-Nippes aufwächst, stellt sich die Frage ob man ein Karnevalsjeck ist, nicht. Karneval ist ein Termin wie Weihnachten und Ostern, da wird nicht dran gerüttelt. Als Kinder haben wir schon Wochen vorher an unseren Kostümen gebastelt und unsere Mamas mit Extrawünschen („Ich will eine Schreckschußpistole.“) gelöchert. Spätestens im November wusste ich was ich werden wollte und da wurde auch nicht mehr dran gerüttelt. An Weiberfastnacht ging man um acht Uhr in die Schule und um neun Uhr standen wir mit vielen anderen Nippessern auf dem Wilhelmsplatz und jubelten dem Kölner Dreigestirn zu. Denn hier wird und wurde seit je her der Kölner Karneval eröffnet. Es gab die erste Gulaschsuppe des Tages und danach zogen wir mit Trommeln, Pfeifen und allem was krach macht durch die Straßen. Als Kinder nur im Viertel und als Teenies durch die ganze Stadt. Bier und Apfelkorn kamen dazu (jaja, auch früher gab‘s schon betrunkene Jugendliche), wir waren viel zu dünn angezogen und am Aschermittwoch alle krank. Dä, so war dat.
Eigentlich habe ich Karneval nie in Frage gestellt. Ich feiere immernoch gerne, wenn die Gegebenheiten nett sind. Und nett sind sie dann, wenn ich mit lustigen Leuten, bei guter Musik und lecker Kölsch in einer nicht zu vollen Kneipe stehen, reden, tanzen, schunkeln und feiern kann.
Eine Sitte der letzten Jahre verstehe ich aber nicht. Warum stellt man sich bei minus 2 Grad, drei Stunden lang vor einer Kneipe an? Also, wenn wir in Rio wären, schön lecker warm, kühle Getränke in der Hand und Samba im Ohr, würde ich auch vor einer Kneipe warten, aber so? Was geht da ab? Würde drinnen das Paradies warten, okay. Aber was erwartet den Wartenden? Sobald man eintritt bricht man in Schweiß aus; wehmütig verabschiedet man sich von seiner Jacke, weil man nicht weiß ob man sie je wiedersieht; Ohne eigenes Dazutun wird man auf einen Platz geschoben, hofft, dass der Mann mit dem Bier bald vorbei kommt und selbiges einen nicht sofort auf die Toilette treibt. Denn dorthin zu kommen ist Schwerstarbeit, auszuhalten bis man dran ist stellt die Blase auf eine harte Probe und kommt man endlich in die Nähe seines alten Platzes, ist der süße Typ von eben schon längst verschwunden und die Freunde in alle Winde verstreut. Mit etwas Glück trifft man sie beim nächsten Toilettengang. Reden, tanzen und schunkeln ist aus Platzmangel nicht möglich. Rauchen dürfte man zwar, aber die Gefahr seine Nebenleute mit der Zigarette zu verbrennen ist ziemlich groß und Luft bekommt man auch so schon keine.
Wer erklärt mir jetzt bitte mal warum man das macht? Ich verstehe es nicht.

Gleich hat unsere Tochter ihren letzten Auftritt als Tanzmariechen in dieser Session und danach gehen wir zum Biwak der Familie Eisenmenger, lecker Kölsch im Zelt, wat zu müffele, tanzen, schunkeln und die Kinder toben um uns herum, dat ist Karneval.
Prost
balba

Dienstag, 19. Januar 2010

Haiti


Jeder hat so seine eigenen Fernsehgewohnheiten, sofern er/sie denn Fernsehen schaut. Bei uns ist es so: Egal was wir am Abend so wurschteln, spätestens um viertel vor zehn treffen mein Mann und ich uns zum Heute Journal im Zweiten.
Seit Tagen werden die Nachrichten von der fruchtbaren Katastrophe in Haiti beherrscht. Haiti, ein von der Natur beschenkter Flecken Erde, warm, fruchtbar und wunderschön und von den Menschen ausgebeutet und ausgeblutet. Schon vor dem Erdbeben war Haiti ein armes, von vielen Hungertoten gezeichnetes Land, von Potentaten gnadenlos ausgebeutet, von Weltmarktzockern, die an den Börsen dieser Welt um Grundnahrungsmittel feilschen und dabei die Preise unnötig und verantwortungslos in die Höhe treiben, in den Hunger getrieben. Diesen Tatsachen wurde wenig Beachtung geschenkt, in den Medien. Bilder einer vollkommen zerstörten Welt, einzelne Gliedmaßen die aus einer Baggerschaufelhängen, blutende Menschen, verzweifelte Kinder sind da weitaus telegener.
Ich möchte die Medien nicht dafür verurteilen dass sie Bericht erstatten. Das ist ihr Auftrag. Aber die meisten Menschen sind durchaus in der Lage die Tragik der Situation zu erfassen, ohne das in jeder Nachrichtensendung zwanzig Minuten darauf herumgeritten und jedes, aber auch jedes Bild ausgeschlachtet wird. Bestimmt gibt es auch einen kleinen Anteil an Menschen, denen diese Bilder Freude machen, da sie sie von ihrem eigenen Leid ablenken und sie sich evtl. darüber freuen, dass es anderen Menschen schlechter geht als ihnen. Die meisten Zuschauer stehen den Bildern jedoch hilflos gegenüber, denn was können wir tun außer spenden? Und mit dem Spenden ist es ja bekanntlich so eine Sache. Kommt das Geld auch an? Fließt es in die richtigen Kanäle? Besonders bei einer korrupten Regierung wie in Haiti müssen solche Fragen gestattet sein. Wäre ich Arzt oder Krankenschwester, Handwerker, Psychologe, Sanitäter oder etwas Ähnliches, könnte ich evtl. meine Hilfe anbieten, sofern ich zu Hause (ohne Kind und Hund) entbehrlich wäre. Die Gläubigen unter uns können beten, aber damit sind die Mittel des Einzelnen leider erschöpft.
Ich wünsche mir von den Medien etwas mehr Pietät. Eine ausladende Berichterstattung mit viel grausamen Bildmaterial, egal ob aus Haiti, Afghanistan, Israel oder dem Gasastreifen, bewirkt bei den meisten Zuschauern nur zwei Dinge: Entweder sie schalten ab, weil sie es nicht ertragen können, oder sie stumpfen ab und schauen bei der nächsten Katastrophe nicht mehr richtig hin.

Es ist erwiesen, das positive Gedanken zu positiven Taten führen und ein Mensch, der sich – obwohl eigentlich schlecht gelaunt – zu einem Lächeln zwingt, nach einer kurzen Weile sehr viel besser gelaunt ist. Ich bin keine Esoterikerin und möchte die Welt auch nicht rosa malen, aber ein paar wenige, positive Nachrichten pro Nachrichtensendung würden uns am Abend mit besseren Gedanken ins Bett schicken. Wäre es nicht möglich, nach den aufgezählten Schrecken des Tages ein paar aufmunternde Berichte, z.B. über Menschen mit Zivilcourage, gelungene Entwicklungshilfe oder Wiederaufforstungsprojekte im Regenwald zu berichten? Ich fände das gut.
Heute geht man ins Bett mit dem Gedanken: „Ach, ist ja wieder alles schrecklich in der Welt“, und dabei denkt man gleich noch an die ganzen eigenen Probleme. Nach ein paar positiven Nachrichten würden wir vielleicht vor dem Schlafengehen noch darüber nachdenken, wie wir selber unsere Welt ein kleines Bisschen verbesser könnten.
Schlaft gut
Euro balba

Samstag, 9. Januar 2010

Ein fetter rosa Cadillac



Zwischen den Tagen las ich die Biographie von Mary Kay Ash, einer Pionierin bei der Karriereförderung von Frauen. Selber in den vierziger und fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts alleinerziehend, kämpfte sie sich durch allerlei Männerjobs, brachte damit ihre Familie durch, ärgerte sich aber sehr darüber gegenüber den männlichen Gehältern und Provisionen benachteiligt zu sein. Als sie einmal mehr bei einer Beförderung übergangen wurde und dann auch noch erfuhr, dass ihr neuer Direktor das doppelt von dem verdiente was ihr angeboten wurden, hätte sie den Posten bekommen, hatte sie die Nase voll. Sie stieg aus und gründete ihr eigenes Unternehmen. Sie hatte Erfolg und wohnte fortan nicht nur in einem rosa Haus, sondern führ auch einen dicken, fetten, rosa Cadillac und sie ermöglichte es allen ihren Direktorin ab einem bestimmten Jahresumsatz ebenfalls einen rosa Cadillac als Dienstfahrzeug zu fahren. Das ist bis heute so geblieben. Auf die Frage eines jungen Reporters: „Finden sie es nicht albern ihre Mitarbeiter in rosa Cadillacs durch die Gegend fahren zu lassen?“ Antwortete Mary Kay: „Nun, welche Farbe hat Ihr Dienstwagen?“
Er war noch auf sein Fahrrad angewiesen.
Egal ob rosa oder grün, ein Dienstwagen ist die sichtbare Anerkennung für gute Leistungen und ein rosa Cadillac ist zudem auch eine Ideologie, neben sehr guten Einkommensmöglichkeiten. Leider gibt es in Deutschland nur rosa Mercedes, schade, aber nehmen würde ich ihn trotzdem. Na mal sehen. Wer mehr über die hervorragenden Produkte von Mary Kay erfahren möchte findet Informationen auf meiner Homepage: www.balba.de.

So, nun noch ein Thema was zur Zeit viele Menschen beschäftigt. Die lieben Kilos. Na, auch gute Vorsätze gefasst? Ich schon, wie jedes Jahr, aber diesmal mit Biss. Ich kann mich einfach nicht mehr sehen und ich möchte nicht weiterhin mit schlanken Freundinnen in Boutiquen stehen in denen es nicht ein einziges Kleidungsstück in meiner Größe gibt und ihnen dabei zusehen wie sie die süßesten Teile kaufen. Genauso hasse ich es wenn mein Mann sagt: „Sollen wir uns mal eben die Bilder von ………Weihnachten, Sylvester, Urlaub etc. ansehen?“ Oh grusel, das bin einfach nicht ich und die Person die ich im Vorbeigehen im Schaufenster sehe, bin ich auch nicht. Bäh!
Also, meine „Ich-habe-mit-dem-Rauchen-aufgehört“-Schonfrist ist jetzt vorbei und meine Methode sieht folgendermaßen aus (geklaut aus einigen aktuellen Diätratgebern). Morgens eine Kleinigkeit, mittags esse ich satt und alles was mir schmeckt und abends nur noch Eiweiß, also keine Kohlenhydrate. Zwischendurch ist nur Obst, Tee oder Kaffee erlaubt (insg. nicht mehr als 1400 Kal.) und mind. dreimal in der Woche wird gejoggt. So, mal sehen wie es wirkt. Ich werde berichten.

Ihr Lieben, ich wünsche Euch allen ein tolles 2010
Balba