Jetzt bin ich arbeitslos! Fluch oder Segen? Bisher war ich der Hamster im Laufrad, stellvertretend für viele viele Frauen zwischen Dreißig und Fünfzig die mit Siebenmeilenstiefeln durchs Leben jagen.• Sechsuhrdreißig aufstehen
• Frühstück machen
• Kind wecken
• Anziehen
• Kind antreiben, anziehen, motivieren, anbrüllen, aus-dem-Haus-treiben, Hund-aus-führen
• Aufräumen
• Büro
• Zwischendurch, wenn es geht noch ein paar private Mails und Telefonate erledigen. Nur das
Dringendste, da wo das Schlechte Gewissen schon piekt.
• Mittagessen
• Evtl. schnell noch einkaufen
• Hund ausführen
• Haushalt
• Kind aus der Schule holen
• Hausaufgaben kontrollieren
• Kind zum Tanzen, singen, turnen, zur Freundin, zum Zahnarzt, zum Friseur, zum Optiker oder zum
Mond fahren
• Auf dem Rückweg noch ein paar Brötchen kaufen
• Abendessen
• Kind ins Bett bringen, schimpfen, betteln, knuddeln, vorlesen
• Nochmal kurz an den PC
• Sofa, puuhhhh
• Ach nee, Mann möchte auch noch gehört, gelobt und gepflegt werden.
Und DAS fünf Tage die Woche. Vielleicht mit noch einer Abendverabredung, denn man muss ja auch mal die Freundinnen treffen, oder ins Kino gehen, oder zum Elternabend, oder sonstwas. Am Wochenende geht es denn weiter. Samstags Großeinkauf, Putzen, räumen, Dinge erledigen, abends Freunde treffen. Sonntag was unternehmen, Großeltern oder Freunde treffen und am Montag klingelt um hab sieben der Wecker.
Sofern mein Mann zu Hause ist, hilft er sehr im Haushalt mit und wir versuchen die Redestatistik von Ehepaaren (drei Minuten täglich) zu erhöhen, indem wir zusammen Frühstücken und Abendessen und häufig erstmal etwas bereden, bevor wir den Fernseher anmachen. (Schon ganz schön löblich, finde ich.)
Dazu kommen zweimal im Jahr zwei Wochen Urlaub und dann und wann ein Kurztrip. Die Vorbereitungen können zuweilen die Vorfreude auf den Urlaub töten, denn die müssen ja auch noch in die letzte, volle Arbeitswoche gepackt werden. Aber dann ist der Urlaub ja wieder schön und man weiß, zu Hause wird die erste Woche so vollgepackt sein mit Aktivitäten, das man darauf die Woche gleich wieder fahren könnte. Aber ein Urlaub zu Hause wäre auch undenkbar, denn man würde das Hamsterrad nicht verlassen.
Oh Jammerliese, denkt ihr jetzt: Was soll denn das, so ist das Leben.
Das stimmt. Aber es geht auch anders und die zweite Hälfte meines Lebens wird anders aussehen. Jetzt beginnt ein neuer Lebensabschnitt.
Ich bin gespannt.
Balba
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